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Die "Bewegung" in digitalen Medien verlaeuft anders als im Analogen.
Ausgefuehrte Aktionen werden nicht am Koerper erfahren, sondern visuell oder auch akustisch wahrgenommen. Die Hand ist zwar ausfuehrendes Organ, in dem sie ueber die Tastatur zum Beispiel Nummern und Buchstaben eingibt oder eine Mouse zur Auswahl benutzt, aber anders als bei realen Handlungen erhaelt man nicht ueber die gleiche Feedback. Die von der Hand bedienten analogen Eingabemedien dienen als Schnittstelle. Durch einen Mousepfeil oder einen blinkenden Strich als Cursor wird dem Benutzer gezeigt, wo "er sich befindet". Daraus bestimmt er die Richtung seiner Mouse oder anderer Eingabegeraete. Weitere, nicht blosse Bewegungs- sondern ausloesende Aktionen wie Klicken, beziehungsweise Bestaetigen an bestimmten Positionen, RollOvers usw. bewirken Aenderungen an vorliegenden Applikationen und Systemen, die man ueber den Bildschirm kontrollieren kann. Das heisst, ueber den Bildschirm erfasst das Sehorgan oder ueber Lautsprecher das Hoerorgan des Menschen was passiert, wenn man zum Beispiel die Computermouse bewegt und an gewissen Orten klickt.
Die Hand, die quasi ausloesendes Organ ist, spuert bei der Bedienung eines Computers natuerlich nicht direkt, was sie gerade tut. Ueber sie bemerkt man Eigenschaften der Eingabeperipherie, ob die Tastatur sehr empfindlich ist oder man sie mit etwas hoeherem Kraftaufwand behandeln muss, ob die Mouse ein wenig stockt oder sich sanft ueber den Schreibtisch fahren laesst. Das sagt aber nichts ueber laufende Applikationen und diese haben auch keinen Einfluss darauf.
Die Arbeit mit Technik, bei der man als Nutzer in Soft- und Hardware unterscheiden kann, man ein digitales Interface mit analogen Mitteln bedient, bedingt andere, dem menschlichen Wesen meist fremde Handlungsweisen.

Bewegung in digitalen Medien

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