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Untersuchungen ueber Hirndurchblutungsmuster beim Denken ergaben deutliche Unterschiede bei drei verschiedenen Formen des Denkens: Kopfrechnen, Nachsprechen eines Abzaehlverses und visuelles Gedaechtnis. Schon eine Minute nachdem der Proband mit der gestellten Aufgabe begonnen hat, erkennt man messtechnisch welche Regionen seines Gehirns besonders stark durchblutet sind. Bei der Aufgabe, die zur Loesung das visuelle Gedaechtnis beansprucht, stroemt das Blut besonders stark, da die hoechsten Ansprueche an das menschliche Gehirn gestellt werden.
Genauso lassen sich unterschiedliche Aktivitaetsmuster bei der Art der Konversation erkennen. Berichtet man nur oder wird ein Gespraech gefuehrt - das Gehirn wird unterschiedlich stark beansprucht. So kann man beim Durchleuchten des Hirns zwar nicht die einzelnen Gedanken sehen aber, ob eine Person mit jemanden redet oder nur vor sich hin spricht. Ebenso laesst sich erkennen, ob sie vor ihren Aeusserungen nachdenkt oder nicht.
Auch beim Abhoeren eines Tonbandes gibt es unterschiedliche Durchblutungsmuster zu beobachten. Je nachdem ob man das Band vorwaerts oder rueckwaerts ablaufen laesst, werden Hoer-, Sprach- und andere wichtige Zentren aktiv, um den Inhalt des gesprochenen Textes zu verstehen oder das gesamte Gehirn wird beansprucht. Denn beim Rueckwaertsabspielen muss das Gehirn enorme Kraefte aufwenden, um den Text zu verarbeiten.
Wenn ein Mensch denkt, wird die Durchblutung des Gehirns bei Denkprozessen deutlich staerker gefordert als bei Aufgaben, die Sinneswahrnehmung oder Motorik ansprechen. Nicht selten steigt dann der mit der Durchblutung zusammenhaengende Sauerstoffverbrauch um bis zu 10 Prozent. Denken ist eine reale physische und psysiologische Taetigkeit und erinnert als dingliches Ereignis an koerperliche Aktivitaeten.

Quelle: Tor Norretranders "Spuere die Welt - Die Wissenschaft des Bewusstseins", Rowohlt Taschenbuchverlag, Hamburg 1997, ISBN 3 499 60251 2

Hirndurchblutungsmuster

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