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Der Informationsgehalt eines Kommunikationsvorganges ist Ausdruck der Menge der Kommunikationsvorgaenge, die moeglich gewesen waeren. Nicht derjenigen, die tatsaechlich uebertragen wurden.
Information ist ein Ausdruck fuer die Anzahl der Moeglichkeiten, wie die Buchstaben arrangiert sein koennten, ohne dass fuer die Uebertragung ein anderes Kabel notwendig wird. Sie beschreibt das, was man haette sagen koennen und nicht das, was man tatsaechlich gesagt hat. Sie kann kopiert, uebermittelt, uebertragen, wiederholt, vervielfaeltigt werden.

Das Wichtige an Kommunikation ist nicht, dass man etwas sagt, sondern was man zu sagen hat. Informationen werden zusammengefasst. Wir wollen anderen etwas mitteilen, unterliegen aber gewissen Zeitbeschraenkungen, die uns Kommunikationspartner oder Medien geben. Der Mensch kann Erfahrungen in kurzen Beschreibungen schildern.
Durch Kommunikation koennen wir jedoch nicht nur Informationen weitergeben, sondern auch auf Informationen hinweisen, die wir ausmustern, die wir im Kopf haben bevor wir etwas sagen und die uns helfen, das Wichtige zu extrahieren und um dann das Richtige zu sagen. Eine Kategorisierung darf nicht nur aus der Sicht des Absenders vorgenommen werden. Sie muss vor allem beim Empfaenger zu den richtigen Assoziationen fuehren. Betrachtet man zum Beispiel ein Gespraech, sind daran nicht die gesagten Worte am interessantesten, sondern das, was sie in den Gespraechspartnern hervorrufen, die Ueberlegungen und Gefuehle, die waehrend der Konversation auftreten. Sie ist dazu da, mit Hilfe von Worten und Gesten aehnliche Zustaende im Geiste des anderen hervorzurufen und auszutauschen.

Quelle: Tor Norretranders "Spuere die Welt - Die Wissenschaft des Bewusstseins", Rowohlt Taschenbuchverlag, Hamburg 1997, ISBN 3 499 60251 2

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