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Geschichte des Internets
Im Jahre 1967 startete das ARPANET (Advanced Research Project Agency, Pentagon Projekt des amerikanischen Verteidigungsministerium). Hierbei waren zunaechst auf experimentelle Basis Computer mehrerer Universitaetsinstitute miteinander verknuepft. Man begab sich auf die Suche nach Loesungen, mit denen ein Netzwerk auch bei Ausfall eines oder mehrerer Komponenten im Falle eines atomaren Angriffs stabil weiter arbeiten und eine strategische Gegenoffensive gewaehrleisten konnte. So gesehen resultierte das Internet aus dem Kalten Krieg - aus der atomaren Drohung und Gegendrohung. Wichtig war, dass dieses Netz nicht sternenfoermig von einem Zentrum aus, sondern dezentral und flaechendeckend mit vielen Informationsknotenpunkten funktionierte. Sicher schien das im streng hierarchischen Aufbau des Militaers paradox, aber das Netz funktionierte. Aus Geldmangel uebergab das Militaer diese Plaene spaeter an Universitaeten. Damit erhielten die amerikanischen Universitaeten ein die gesamten Vereinigten Staaten umspannendes Netzwerk, das immer weiter ausgebaut wurde. Vor ca. 30 Jahren diente es dem Austausch wissenschaftlicher Ergebnisse auf rein textueller Basis, womit auch ueber groessere Distanzen Kooperationen stattfinden konnten.
Am Forschungsinstitut CERN (Europaeische Organisation fuer Nuklearforschung (original: Conseil europeen pour la recherche nucleaire, kurz CERN), gegruendet 1954 in der Schweiz) versuchte man, das Netz mit einem Interface zu versehen, das fuer jeden User intuitiv zu bedienen sei. Man fand einen Standard, mit dem wie beim hierarchischen Dateisystem lokaler Computersystemen jede Datei auf jedem vernetzten Rechner ohne Verwechslung definiert werden konnte: den einheitlicher Quellenfinden - Uniform Ressource Locator (URL). Desweiteren brauchte man aufgrund der verschiedenen Computersysteme einen Standardprogrammcode, der sich mit allen Computern vertraegt. Dieser universelle Programmcode HTML (Hypertext Markup Language) ermoeglicht nichtlineares Lesen. Durch Verzweigungen, Links koennen Informationen themenbezogen miteinander verknuepft werden. Im Gegensatz zum Buch bieten sich so sehr viele Moeglichkeiten, beim Erforschen von Inhalten vorzugehen.

Applikationen im Internet
Begriffsklaerung: Das Internet stellt eine spezielle Art der Vernetzung von Computern dar, welche viele Dienste und Applikationen zum Kommunizieren und Informieren bereithaelt. Neben dem Internet gab und gibt es andere Formen von Computernetzen, wie z.B. Bulletin Board Systems (ein Mailbox-System, welches neben dem reinen Transfer von Daten, auch die Kommunikation zum Betreiber des BBS, dem sog. Systemoperator zulaesst, heute mittlerweile veraltet) oder FidoNET. Die am haeufigsten genutzen Dienste des Internets sind Electronic Mail und das World Wide Web.
Das Usenet stellt einen riesigen Kommunikationsraum dar, in dessen Diskussionsforen jeder seine Meinung einbringen kann. Leider fehlen simultane Debatten und den Usern bleibt nur zu hoffen uebrig, dass jemand auf seine Ansichten eingeht. Dagegen sehr kommunikativ zeigt sich CUSEEME. Hierbei handelt es sich um ein Videokonferenzsystem. Interaktivitaet findet zwischen den Menschen ueber Kameras statt. Beim Toolsharing werden Dateien auf dem eigenen Computer so an- und abgelegt, dass andere Netzbenutzer auf diese zugreifen und sie mitgestalten koennen.
Ein sehr beliebte Moeglichkeit, im Internet zu kommunizieren, ist der Chat. Seine Wurzeln fuehren uns nach Finnland zurueck in das Jahr 1988 an die Universitaet von Oulu. Vom dortigen Systemadministrator Jarkko Oikarinen stammt ein Programm, in dem sich mehrere User zur gleichen Zeit miteinander unterhalten koennen. Dieses erwies sich als so nuetzlich, dass mehrere finnische Universitaeten Internet-Relay-Chat(IRC)-Server einrichteten. Der grosse Durchbruch des IRC kam jedoch erst mit der Internetanbindung Finnlands an die USA im Jahre 1989. Heute bildet es das Fundament fuer eine Vielzahl von Chats in den verschiedensten Kanaelen auf unzaehligen IRC-Servern. Deren Kommunikation besteht aus Texten, brachte jedoch erstaunliche Phaenomene hervor. Dabei sind nicht nur die ASCII-Gesichtsausdruecke gemeint, sondern auch Moeglichkeiten, wie zu anderen Benutzern z.B. mittels Grossbuchstaben laut zu "sprechen", zu fluestern (/whisper), die Identitaet des Anderen zu erforschen (/whois) oder Mitteilungen, die einem zuwider sind, zu ignorieren (/ignore). Die MultiUser Dungeons (MUDS) sind dem IRC sehr aehnlich. Hinzu kommen jedoch textuelle Umgebungen. Mit Angabe der Himmelsrichtung bewegt man sich durch einzelne Raeume, die beim Betreten kurz beschrieben werden und die die User, deren Alter an der Online-Zeit gemessen wird, durch Aufnehmen von Gegenstaenden selbst aendern koennen. Die MUDs orientieren sich an im Mittelalter handelnde Computerabenteuerspiele, nur gibt es hier statt computergenerierten Mitspielern Kameraden aus Fleisch und Blut und ausserdem keinen vorprogrammierten Loesungsweg. Neben den MUDs gibt es auch noch die MOOs (MOO = MUD Object Oriented), die quasi das gleiche wie MUDs sind, jedoch nicht mit rein textuellen sondern grafischem Interface. Sie bieten dem Benutzer Avatare (=vom Himmel herabsteigende Goetter, die sich auf der Erde in verschiedene tierische oder menschliche Koerper materialisieren) an, mit denen er sein Erscheinungsbild bestimmen kann. Einige interessante MOO-Projekte:
Worlds Away
Comic Chat
ThePalace
MUDs und MOOs bieten den Benutzern eine grossartige Palette an Interaktionsbefehlen, wie nehmen, wegwerfen zur Verfuegung. Das fesselnde daran ist die Interaktivitaet zwischen den mittels Maschinen handelnder Menschen.

Das Internet

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